Was muss man wissen, um sich hier gut einzuleben?

 

Den nachfolgenden Text schrieb Anita, die vor einiger Zeit im Lichtblick wohnte. Sie schrieb dies für Menschen, die neu in den Lichtblick kommen. Der Text ist nicht in allen Passagen aktuell, das Leben im Lichtblick bringt mit sich, dass man sich immer wieder neuen Gegebenheiten und Befindlichkeiten anpassen muss. 

 

Wir geben dir Anitas Text gerne weiter:

 

Im Haus Lichtblick wohnen momentan 12 Mitbewohner in einer Art Wohn- und Lebensgemeinschaft. Alles ist sehr flexibel und unbürokratisch, man wird nicht nach seiner Herkunft und nicht mal nach seinem Nachnamen zu Anfang gefragt (!) Man hat ein Vorgespräch, man bespricht, wann man zum Probewohnen kommt, und schon ist die Sache geritzt, sofern man in die Gruppe passt. Es ist Birgit und Klaus wichtig, dass man einen guten Platz bekommt, an dem man sich wohlfühlt. Das "Du-sagen" ist hier im Hause auch Umgangsform.

 

Zum Essen gehört zu den Ritualen, dass meistens ein Spruch vorgelesen wird. Dabei ist zu beachten, dass alle Bewohner gemeinsam anfangen und auf die anderen warten, bis sie ihre Portion haben. Es wird dann gemeinsam abgeräumt. !Aufgepasst! Wer zu spät zum Essen kommt, muss abwaschen. Ebenso, wer während der gemeinsamen Mahlzeiten ans Handy geht. Die Teilnahme an den Mahlzeiten wird erwartet für alle Mitbewohner, die gerade im Hause sind.

 

Zu den Essenszeiten:

Von Montag bis Freitag

Frühstück 8h30

Mittagessen: 12h45

Abendessen: 19h

Samstag

Frühstück: 8h30

Mittagessen: 12h45

Abends: Selbstversorgung

Sonntag

Brunch: 11h00

Abendessen: 18h30 (warm)

 

Die Uhrzeiten können auch für eine Zeit lang verschoben werden, sofern jemand z.B. früher aus dem Haus muss etc. Wichtig ist, dass man sich austrägt in der Küche am Kühlschrank, sobald man weiß, dass man bei einer Mahlzeit abwesend ist. Gäste, die mitessen, sollen in die Anwesenheitsliste eingetragen werden.

 

Zu jeder Tages- und Nachtzeit darf man sich etwas aus dem Kühlschrank nehmen; wo kein Name darauf steht, etwas kochen oder zu trinken nehmen. Aber man muss danach auch wieder abwaschen und die Küche sauber hinterlassen.

 

Es gibt eine Einkaufsliste, auf die jeder eintragen kann, was er gerne möchte, außer den Luxusartikeln wie Schokolade, Cola, Chips usw. und Hygiene-Artikel. Und wer mit Kochen dran ist, darf die Zutaten gerne auch selbst einkaufen.

 

Einmal in der Woche findet der sogenannte Hausabend statt. Die Teilnahme ist Pflicht für alle. Am Hausabend werden die Hausdienste und Ämter vergeben. Die Pläne hängen am Kühlschrank aus (einmal, was die Küche angeht mit dem Kochen, Decken, Abwaschen, und dann, was das Haus angeht mit dem Putzen, verantwortlich sein für verschiedene Aufgaben). Die Hausämtle rotieren jede Woche. Falls jemand seine Ämtle nicht gemacht hat, hat er diese nochmal zwei Wochen und bekommt seine neuen Ämtle dazu. Auch deshalb ist es sinnvoll, seine Ämtle tatsächlich zu machen. Neben dem Telefon liegt ein Ämtle-Ordner, in dem die einzelnen Aufgaben genau beschrieben sind.

 

Samstags werden zwischen Frühstück und Mittagessen miteinander im und ums Haus erledigt. Jeden vierten Samstag ist aber ämtlefrei. An diesen Samstagen gibt es auch kein gemeinsames Frühstück.

 

Da das Haus Lichtblick Selbstversorger ist, ist es schön, wenn jeder sich einbringt und so die Gemeinschaft trägt. Und es macht auch viel Spaß mit den anderen Bewohnern Frühstück vorzubereiten, zu decken, zu kochen, sogar abzuwaschen. So lernt man auch schneller die anderen kennen. Oft kocht am Abend noch jemand etwas und fragt, wer mitisst, und das ist auch immer sehr gemeinschaftlich.

Außerdem werden am Hausabend Probleme besprochen und aus der Welt geschafft. Jeder darf sich einbringen und auch seine Bedürfnisse anmelden. Und man kann jeden alles fragen!

 

In eine Geburtstagskasse zahlt jeder monatlich zwei Euro an. Davon werden dann für die Geburtstagskinder Geschenke des Hauses gekauft.

Birgit, Susanne, Ulrike, Ursula, und Adelheid stellen sich für regelmäßige Gespräche mit den Bewohnern zur Verfügung, um zu sehen, wo dieser steht und ob er Schwierigkeiten im Haus hat. Und die Bewohner können jederzeit um ein Gespräch mit diesen bitten.

 

Ansonsten gibt es die Möglichkeit ausgiebig spazieren zu gehen, Spielabende zu gestalten, gemeinsame Abende wie z. B. einen Kulturabend zu gestalten. Es gibt einen Computer mit Internetanschluss. Außerdem kann man Musik machen mit eigenen Instrumenten. Fernsehen kann man - außer während der Mahlzeiten - zu jeder Zeit. Tischfußball, Billard und Pool können gerne jederzeit genutzt werden

Gäste werden immer herzlich Willkommen geheißen, es gibt auch ein Gästezimmer für Besucher der Bewohner.

 

Die Atmosphäre im Haus lädt ein zum Wohlfühlen und Erholen. Die Wohn- und Lebensgemeinschaft hilft dabei, Anschluss zu finden und mit den anderen Bewohnern zusammen Zeit zu verbringen, sei es bei den Aufgaben im Haus oder bei der Freizeit. Das eigene Zimmer bietet die Möglichkeit zum Rückzug.

 

Viel Spaß bei den ersten Schritten im Haus Lichtblick!